Ikebana Interwiev

Die Bloggerin Xenia von „berlingarten“ besuchte die Ikebana Ausstellung in Berlin-Marzahn (IGA), offensichtlich begeistert und wollte gerne ein wenig mehr über Ikebana und solch eine Ausstellung wissen.

Foto aus Xenias Blog – eine Ikebana Kreation

Deshalb hat sie mich interviewt – ich glaube, das war das erste Interview meines Lebens. Ich kann nicht so richtig verleugnen, das ich irgendwie ein gewisses Mitteilungsbedürfnis habe, also hat es mir natürlich Spaß gemacht, über eines meiner Lieblingsthemen zu berichten.

Ihre zweite Frage –

 Was treibt dich persönlich dazu, dich für so eine Ausstellung zu engagieren?

–  rumort immer noch in meinem Kopf herum. Deshalb ist meine Antwort, die jeder hier lesen kann, mit Sicherheit noch nicht vollständig.

Ich habe Lust, hier mal besonders ausführlich zu berichten, wie so eine Idee entsteht und sich entwickelt. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was stelle ich aus? Die Frage steckt dann in meinem Kopf und alles, was ich so um mich herum betrachte, muss sich dieser Frage stellen. Dann gehe ich z.B. in meinen Garten und schau mich einfach um. Oder ich laufe durch irgendwelche Natur und schau mich auch dort einfach um. Das kann Tage oder Wochen dauern. Und manchmal nervt das sehr, weil ich in solcher Frage feststecke und kaum noch was anderes denken kann.
Diesmal ging es erstaunlich schnell – ich stand in meinem Garten und sah das Teil, das ich ausstellen wollte. Dazu muss man wissen, dass bei mir im Garten viele Dinge rumstehen, die ich für Ikebana aufgehoben habe. Ein ziemlich großer, verzweigter Ast aus meiner Hecke sollte in die Ausstellung. Es ist eine große Erleichterung, wenn die Inspiration so schnell kommt.
Ich befragte die Ausstellungs-Organisatorin mit Fotos, ob der Zweig genehmigt wird – er wurde! Es konnte also weitergehen.

Hier steht der Ast noch eingeklemmt in einen Werktisch. Es musste eine Halterung her. Ich kaufte ein dickes Eisenrohr, hatte noch eine Eisenplatte rumliegen und ein guter Freund schweißte beides zusammen.

Dazu hatte ich schon seit langer Zeit im Kopf (das geht selbstverständlich gleichzeitig), dass ich Ikebana in einen Rahmen stellen möchte.
Da lag noch so eine alte Schublade rum, die gar nicht so schlecht in das Geäst passte.

Diese Art „Upcycling“ gefiel mir schon gut, nur passte keines meiner Gefäße rein.
Also wieder eine Frage, die den Kopf beschäftigte. Ich schaute meine Gefäße an, eine ganze Schrankwand voll !!!
Mein Blick fiel auf Harues Gefäß, das sie mir irgendwann mal schenkte, und dann war alles klar – mein Ausstellungsstück soll eine Erinnerung an Harue werden.

Harue, meine japanische Freundin, mit ihr lernte ich Ikebana, mit ihr besuchte ich viele Ausstellungen, in ihrer Wohnung veranstalteten wir Teezeremonien, rollten Sushi selber, mit ihr zusammen gab ich Ikebana-Kurse und ein paar Monate vor ihrem plötzlichen Tod machten wir Urlaub an der Ostsee.

Harue

Vor meinem inneren Auge stand das fertige Ausstellungsstück, die Farben sollten die japanische Flagge symbolisieren und in Harues Gefäß würde ein Ikebana Arrangement stehen. Allerdings war es noch ein weiter Weg bis zur Vollendung, denn das Gefäß passte nicht in meine alte Schublade.

Es musste also etwas Neues gebaut werden und da tauchte schon das nächste Problem auf, die alte japanische Keramik hat eine dreieckige Grundform und ist dadurch sehr tief. Würde ich einen Rahmen mit dieser Tiefe bauen, hätte es den Charakter einer Riesenkiste und würde außerdem nicht in das Geäst passen.

Bestimmt kennen das viele Menschen – man wacht eines Morgens auf und weiß, wie es weitergeht.
Auf den nächsten Fotos ist die Entwicklung sehr gut zu sehen:

Das dauerte Tage und langsam wurde die Zeit knapp. Aber letztlich ist doch alles geschafft und die Teile gingen auf den Weg zur IGA.


Das Ikebana im Rahmen entstand dann einen Tag vor der Eröffnung der Ausstellung. Ich erinnere mich leicht, dass ich das Arrangement ca. 3 mal umgesteckt habe, bis es richtig war.
Und am Ende war ich dann doch zufrieden mit mir.

 

Text und Fotos: R.M.

 

 

 

 

 

 

 

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Das neue Blog Foto

Wenn ich Lust auf ein neues Blog Foto habe, suche ich in meinen vielen Foto-Ordnern herum und entscheide mich gerne für ein Foto mit einer besonderen Geschichte.

Das Gefäß ist sehr intuitiv entstanden, so arbeite ich mit Ton am liebsten. Die Rose heißt „Sympathie“ und ist aus meinem Garten.

Das Keramikgefäß war für eine Ausstellung vor vielen Jahren in der Donnersmarck Villa in Berlin-Zehlendorf entstanden. Es steht in Verbindung mit meiner Trauerzeit um meinen verstorbenen Vater.

Auf irgendeinem Sperrmüll ist mir dieser Metallrahmen über den Weg gelaufen und stand schon einige Jahre auf meinem Grundstück rum.

Die Gefäße mussten eine Aufhängung haben und so experimentierte ich den ganzen Frühling mit verschiedenen Formen herum, darum sind diese dann auch so unterschiedlich geworden. Heute würde ich mich für eine Form entscheiden, damals war keine Zeit mehr dazu.

Diese Keramiken mit Seladon Glasur sind Tropfen nachempfunden, die Blüten quellen aus ihnen hinaus….. Ich mag sie, aber irgendwie passten sie nicht so gut in den Rahmen.
Noch ein Gefäß, außen mit Oxyden und innen glasiert – mit einer anderen Aufhängungsart. Der Hopfen passt so gut dazu.
Unter anderem ist hier noch ein weiteres Gefäß zu sehen. Das wollte ich der Form der kleinen Quadrate anpassen – irgendwie sah es dann wie ein Briefkasten aus und hat mir nie gefallen.

Damals hat sich die Auswahl der Gefäße sehr emotional entwickelt, was der persönlichen Ausdrucksweise eines „Künstlers“ entsprechen kann. Heute, nach den vielen Jahren der Auseinandersetzung mit Ikebana, würde ich von vorneherein struktureller an die Gesamtlösung rangehen. So ändern sich die Dinge des Lebens und ich denke, dass immer alles möglich sein sollte, was den Menschen so bewegt.

Fotos, Keramiken, Ikebana und Text: Renate Murawski

Ikebana Ausstellung auf der IGA in Berlin

Auf der riesigen internationalen Gartenausstellung in Berlin wird natürlich auch Ikebana gezeigt.  Der Ikebana Bundesverband präsentiert im August in der Blumenhalle eine große Ausstellung ihrer Mitglieder.

Auf diesem Flyer und auf meiner Seite „Termine“ finden sich alle wichtigen Daten:

Jeden Ausstellungstag finden um 14 Uhr Schnupperkurse statt. Ich bin für Samstag, den 26.8.2017 um 13 Uhr dafür eingetragen. Jeder kann hier mitmachen und ein erstes Feeling für Ikebana bekommen oder einfach nur zusehen, wie ein Blumengesteck entsteht.

Die Termine für die Vorführungen findet man hier auf der Seite von der IGA. Diese Vorführungen sind immer sehr spannend und absolut zu empfehlen.

Und wer sich noch mehr Interesse an den Ikebana-Aktivitäten in Deutschland hat, schaut sich hier bei „Ikebana-Bundesverband“ um.

Text und Fotos: R.M.

Ikebana – Ausstellung in Öhringen

Irgendwie lasse ich mich gerne dazu hinreißen, Ikebana-Aktivitäten zu organisieren oder mitzumachen. So bin ich dann von Berlin nach Öhringen gefahren, das Auto voller Ikebana-Gefäße, Zubehör, Werkzeug und sogar ein paar Pflanzen, denen die Hitze im Auto nichts ausmachten. Eugen R. sollte bei der Veranstaltung vom Genießerdorf Öhringen unsere wunderbare Blumenkunst „Ikebana“ präsentieren.

Aber bevor alles an seinem Platz stand, mußten wir Pflanzen besorgen, Gefäße aussuchen und alles in das Hoftheater schaffen. Gerade in dieser Zeit schlug das Wetter auf „ganz heiß“ um, wobei nicht nur die Pflanzen litten, auch ich wünsche mir an solcher Stelle, dass ich besser eine Begeisterung für das Flötenspiel hätte entwickeln sollen.


Letztendlich sorgte aber unser Durchhaltewillen und ein gewisser Ehrgeiz dafür, dass alles da stand, wo es stehen sollte und die Ausstellung konnte beginnen.

Der Raum im Hoftheater war wie geschaffen dafür, unser Ikebana zu präsentieren.

Gleich beim Fahrstuhl gingen die Besucher in den hellen Raum hinein, in dem Tische mit Ikebana standen.

Gleich am Fahrstuhl ein Grundstil und eine Variation des Grundstils (hier von der Seite gesehen)

 

 

Eine freie Gefäßinterpretation mit einer Vase aus ebay. R.M.

 

 

 

 

 

 

Ein aufrechter Grundstil in einer interessanten Rakuschale, Gesteck und Schale von Eugen

 

 

Eine Keramikschale von Eugen, passend dazu mit roten Rosen.

 

 

 

 

 

 

 

Eine Keramikschale von mir mit einer Variation des Grundstils. R.M.

 

 

Die umlaufende Empore konnten wir bestücken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den Fensterbänken an der Empore standen diverse Gestecke:

Abstrakte Arbeit von Eugen.

 

Meine Epoxydharzvase mit Schwerpunkt GRÜN. R.M.
Agavenblätter mit Tomate von Renate, das Gefäß ist von Dorothea Nerlich, Potsdam.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eugens Tischarrangement aus Spargel und Kartoffeln in einer alten Suppenterrine

 

 

 

Eine „Waldkomposition“ von Eugen
Gemüse „hineingeworfen“ von Eugen
Eine abstrakte Arbeit von Eugen in seinem selbst hergestellten Rakugefäß

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur mit Blättern, ebenfalls in einem RakuGefäß von Eugen
Ein ganz zartes Shoka von Eugen in einem Gefäß von Gabriele Barth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das war schon mal ein kurzer Einblick in unsere Ausstellung. In den nächsten Tagen folgen noch mehr Fotos.

Text und Fotos: R.M.