Rost und Ikebana

…. passt das denn überhaupt zusammen? Die oft zarte Schönheit der Blumen und das harte, rostige, ruppige Material – viele alte, ehrwürdige Ikebana-Schulen lehnen diese Zusammenstellung ab. Und ich könnte mir denken, dass besonders feinfühlige Ästheten von dieser Vorstellung abgestoßen sind.
Aber es gibt ja die Vielfalt unseres wunderbaren Lebens und ich mag diesen ruppigen Kontrast sehr. Die Sogetsu-Schule, zu der ich gehöre, hat eine moderne und avantgardistische Einstellung. Der Gründer dieser Schule, Sofu Teshigahara, hat diesen Leitspruch geprägt:

„Ikebana zu jeder Zeit, an jedem Ort, und mit jedem Material“

Deshalb fühle ich mich in meiner Ikebana-Entwicklung frei und auch herausgefordert.

Seit einigen Jahrzehnten befindet sich ein rostiges Objekt in meinem Umfeld. Wo es ursprünglich her ist, weiß ich nicht mehr. Aber es hat mich immer fasziniert und ich mochte es nie wegwerfen. Ich denke, es ist der Rahmen von einem Balkonfenster und mich hat es für eine Ausstellung dazu inspiriert, dieses alte, weggeworfene Teil mit Ikebana aufzuwerten. Die Gefäße für die Pflanzen sind aus Keramik von mir gebaut, extra für diesen alten Rahmen.

Hier die Fotos:

2003_09_22 026 korr2 2003_09_22 027 2003_09_22 028 korr2 2003_09_22 korr1 Renate 20.9.03 127 Renate 20.9.03 128 Renate 20.9.03 129 Renate 20.9.03 130 Renate 20.9.03 131 Renate 20.9.03 133Dieser Beitrag wird verlinkt bei Frau Tonari, die eine Rost-Parade aufgestellt hat.

Text und Fotos: R.M.

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Über Renate Murawski

Ikebana Lehrerin in Berlin und Falkensee
Bild | Dieser Beitrag wurde unter Ikebana, Keramik, Schönheit abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Rost und Ikebana

  1. Frau Tonari schreibt:

    Ich glaube, diese Kombination habe ich hier auf Deinem Blog schon einmal bewundert.
    Mir gefällt es ausgesprochen gut, weil in meinen Augen die filigranen Gitter super zu den zarten Pflanzen passen. Die Keramikgefäße hast Du wunderbar dazu getöpfert. Schön, dass sie unterschiedlicher Art sind. Da gibt es beim betrachten viel zu entdecken.
    Ich glaube, dass der Metallrahmen zu einem alten Fabrikfenster gehören könnte. In der Industriearchitektur habe ich so etwas in alten Werkhallen gesehen. Man hat in die Öffnungen Glasbausteine gemauert oder Fensterglas, auch Milchglas eingesetzt. Öffnen konnte man dann nur die kleinen Fenster, so wie bei Dir sichtbar.

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    • ikerena schreibt:

      Himmel – jetzt hab ich es gefunden, in 2015 war ich mit dem selben Thema schon mal bei Dir dabei. Ich habs vergessen!!! Ist das peinlich? – och nööö – das Leben besteht eben auch immer wieder aus Irrungen und Wirrungen und für Peinlichkeiten ist einfach keine Zeit.
      In diesem Sinne wünsche ich Dir einen wunderbaren Spätsommertag.

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