Ikebana Freestyle im September

An den drei Ikebana-Kurs-Sonntagen im September folgte nach der Schulaufgabe (hier zu sehen) immer eine freie Ikebana Aufgabe.

Nach den Grundsätzen der Sogetsu Ikebana Schule kann ein Schüler erst dann frei arbeiten, wenn er vier Lehrbücher durchgearbeitet hat. In den zwei ersten Büchern setzt man sich mit Linien, Farben und Befestigungen auseinander, in einer Schale oder einer hohen Vase.
Ab dem dritten Buch beginnt der „Selbst-Ausdruck durch Ikebana“. Es wird wichtig, in sich zu gehen in der Auseinandersetzung mit Ikebana; sich zu fragen, „was will ich ausdrücken und wie zeige ich das“. Dadurch entsteht ein individuelles Ikebana.
Ein Thema wird vorgegeben, aber jeder wird es auf seine Weise darstellen.

Am 10.9.2017 hieß die Aufgabe: in einem schmalen Glasgefäß mithilfe der Pflanzenmaterialien eine Befestigung für die Blumen herstellen. Wir verwendeten die „Großblättrige Berberitze“ (Berberis julianae), die sehr lange Stacheln hat und sich damit gut in einem Glas halten kann.

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Am 17.9.2017 verwendeten wir eine flache Glasschale, in der KEIN Kenzan benutzt werden durfte. Eine Halterung für die Blüten entstand durch Agavenblätter und/oder Zierhaselnusszweige.

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Die Inspiration zum 24.9.2017 entstand durch die Spinnennetze des „Altweiber Sommers“

(Wenn ein lauer Wind weht, lassen sich viele kleine Spinnen an ihren zarten Fäden durch die Luft pusten. Die Tiere haben unmittelbar mit der Namensgebung zu tun, denn “Weiben“ ist ein altdeutscher Ausdruck für das Knüpfen von Spinnweben.)

Wir verwendeten Gitter aus dem Floristen Bedarf, die gleichzeitig als Halterung für das Pflanzenmaterial dienten.

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Es ist sicher eine hohe Herausforderung, wenn ich in meinen Kursen das individuelle Ikebana von den Teilnehmern erwarte, ohne dass die vorherigen Aufgaben erfüllt sind. Ich glaube an die kreativen Fähigkeiten in jedem Menschen, die sich durch solche Herausforderung weiter entwickeln.
Die Konzentration auf das Wesentliche wird noch stärker herausgearbeitet, aber die Individualität und Kreativität ist deutlich erkennbar.

Text und Fotos: R.M.

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Rückschau – Ikebana im September

Inspiriert durch die  Ausstellung auf der IGA durfte ich neue Ikebana Begeisterte kennen lernen, die an drei Sonntagen von mir in die ersten Schritte des Blumenweges eingeführt wurden.

Der Raum in Berlin-Charlottenburg

Jeden Sonntag gibt es zwei Aufgaben. Die erste ist eine Schulaufgabe aus unserem Sogetsu Lehrbuch. Der Grundstil setzt sich auseinander mit Linien, Winkeln, Farben und Ästhetik.

Wenn die Aufgabe fertig ist, stellt jeder sein Gesteck auf einen extra Tisch mit Fotolampen, es wird fotografiert und besprochen.

 

Hier sind die Gestecke vom „Aufrechten Grundstil“ vom 10.9.2017:

Diese Grundstile sind vom 17.9.2017:

Zwei Teilnehmerinnen waren schon am Sonntag vorher dabei und bekamen eine andere Aufgabe, sie haben den Grundstil umgekehrt (reversed) gesteckt.

Die Grundstile vom 24.9.2017:

Beim Besprechen wird oft deutlich, dass ein Zweig sein Aussehen, abhängig von seinem Neigungswinkel und Richtung, völlig ändern kann. Um die Linien und Winkel zu betonen, können Blätter entfernt werden.  Bei Fotos von vorher und nachher, ist das Ergebnis sehr gut zu sehen.

Eine interessante Auswahl von „vorher und nachher“:

Eine Teilnehmerin, die schon öfter bei mir Ikebana gelernt hat, bekam eine weitere Aufgabe, die Variation 1 vom Grundstil. Auch hier gibt es „Vorher – Nachher“:

 

Die Beteiligten bestätigten, dass gerade das Besprechen und Korrigieren interessant, lehrreich und spannend war. Natürlich kann bei „Vorher-Nachher“ geschmacklich gestritten werden. Aber bei diesen Aufgaben von der Sogetsu Schule geht es darum, die vorgegebenen Linien zu erkennen und herauszuarbeiten.

Der Gründer der Sogetsu-Schule, Sofu Teshigahara, sagt dazu:
„Ikebana muss nicht nur die Schönheit wiederherstellen, die den Blumen durch ihren Abschied aus der Natur genommen wurde – es muss etwas Neues hinzugefügt werden. Beginnen Sie mit einer Vorstellung von Schönheit, der Ihnen bereits geläufig ist, aber lernen, experimentieren Sie weiter.“

Im nächsten Beitrag berichte ich über die freien, kreativen Arbeiten an den drei Sonntagen.

Text und Fotos: Renate Murawski

 

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Ikebana Interwiev

Die Bloggerin Xenia von „berlingarten“ besuchte die Ikebana Ausstellung in Berlin-Marzahn (IGA), offensichtlich begeistert und wollte gerne ein wenig mehr über Ikebana und solch eine Ausstellung wissen.

Foto aus Xenias Blog – eine Ikebana Kreation

Deshalb hat sie mich interviewt – ich glaube, das war das erste Interview meines Lebens. Ich kann nicht so richtig verleugnen, das ich irgendwie ein gewisses Mitteilungsbedürfnis habe, also hat es mir natürlich Spaß gemacht, über eines meiner Lieblingsthemen zu berichten.

Ihre zweite Frage –

 Was treibt dich persönlich dazu, dich für so eine Ausstellung zu engagieren?

–  rumort immer noch in meinem Kopf herum. Deshalb ist meine Antwort, die jeder hier lesen kann, mit Sicherheit noch nicht vollständig.

Ich habe Lust, hier mal besonders ausführlich zu berichten, wie so eine Idee entsteht und sich entwickelt. Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was stelle ich aus? Die Frage steckt dann in meinem Kopf und alles, was ich so um mich herum betrachte, muss sich dieser Frage stellen. Dann gehe ich z.B. in meinen Garten und schau mich einfach um. Oder ich laufe durch irgendwelche Natur und schau mich auch dort einfach um. Das kann Tage oder Wochen dauern. Und manchmal nervt das sehr, weil ich in solcher Frage feststecke und kaum noch was anderes denken kann.
Diesmal ging es erstaunlich schnell – ich stand in meinem Garten und sah das Teil, das ich ausstellen wollte. Dazu muss man wissen, dass bei mir im Garten viele Dinge rumstehen, die ich für Ikebana aufgehoben habe. Ein ziemlich großer, verzweigter Ast aus meiner Hecke sollte in die Ausstellung. Es ist eine große Erleichterung, wenn die Inspiration so schnell kommt.
Ich befragte die Ausstellungs-Organisatorin mit Fotos, ob der Zweig genehmigt wird – er wurde! Es konnte also weitergehen.

Hier steht der Ast noch eingeklemmt in einen Werktisch. Es musste eine Halterung her. Ich kaufte ein dickes Eisenrohr, hatte noch eine Eisenplatte rumliegen und ein guter Freund schweißte beides zusammen.

Dazu hatte ich schon seit langer Zeit im Kopf (das geht selbstverständlich gleichzeitig), dass ich Ikebana in einen Rahmen stellen möchte.
Da lag noch so eine alte Schublade rum, die gar nicht so schlecht in das Geäst passte.

Diese Art „Upcycling“ gefiel mir schon gut, nur passte keines meiner Gefäße rein.
Also wieder eine Frage, die den Kopf beschäftigte. Ich schaute meine Gefäße an, eine ganze Schrankwand voll !!!
Mein Blick fiel auf Harues Gefäß, das sie mir irgendwann mal schenkte, und dann war alles klar – mein Ausstellungsstück soll eine Erinnerung an Harue werden.

Harue, meine japanische Freundin, mit ihr lernte ich Ikebana, mit ihr besuchte ich viele Ausstellungen, in ihrer Wohnung veranstalteten wir Teezeremonien, rollten Sushi selber, mit ihr zusammen gab ich Ikebana-Kurse und ein paar Monate vor ihrem plötzlichen Tod machten wir Urlaub an der Ostsee.

Harue

Vor meinem inneren Auge stand das fertige Ausstellungsstück, die Farben sollten die japanische Flagge symbolisieren und in Harues Gefäß würde ein Ikebana Arrangement stehen. Allerdings war es noch ein weiter Weg bis zur Vollendung, denn das Gefäß passte nicht in meine alte Schublade.

Es musste also etwas Neues gebaut werden und da tauchte schon das nächste Problem auf, die alte japanische Keramik hat eine dreieckige Grundform und ist dadurch sehr tief. Würde ich einen Rahmen mit dieser Tiefe bauen, hätte es den Charakter einer Riesenkiste und würde außerdem nicht in das Geäst passen.

Bestimmt kennen das viele Menschen – man wacht eines Morgens auf und weiß, wie es weitergeht.
Auf den nächsten Fotos ist die Entwicklung sehr gut zu sehen:

Das dauerte Tage und langsam wurde die Zeit knapp. Aber letztlich ist doch alles geschafft und die Teile gingen auf den Weg zur IGA.


Das Ikebana im Rahmen entstand dann einen Tag vor der Eröffnung der Ausstellung. Ich erinnere mich leicht, dass ich das Arrangement ca. 3 mal umgesteckt habe, bis es richtig war.
Und am Ende war ich dann doch zufrieden mit mir.

 

Text und Fotos: R.M.

 

 

 

 

 

 

 

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Ikebana in Charlottenburg – Termine

Gerade sitze ich unter Weiden auf der IGA und kann endlich Picknick machen.

Heute habe ich dort in unserer Ikebana Halle einen Workshop angeboten. Er war gut besucht, die Damen hatten große Freude am Blumenstecken und damit noch mehr Menschen in den Genuss von Ikebana kamen, wurde kurzfristig sogar noch ein zweiter Workshop angehängt.

Da ich jetzt gerade so gemütlich herum sitze, wollte ich die Gelegenheit nutzen und Euch mitteilen, wann die neuen Termine für Ikebana in Charlottenburg sein werden.  Wieder Sonntage im September von 14 – 17 Uhr

und zwar am

10.9.  / 17.9. / 24.9.2017.

Ob es im Oktober weiter geht, weiß ich noch nicht. Um den 20 Oktober herum fliege ich nach Japan und vorher muss ich meine Katze noch nach Schleswig-Holstein bringen. Sind alles größere Umstände, dafür plane ich im November einen extra Termin für weihnachtliches Ikebana.

Und jetzt kommen Fotos von meinen beiden Ausstellungsstücken.

 

Fotos und Text: Renate Murawski

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Das neue Blog Foto

Wenn ich Lust auf ein neues Blog Foto habe, suche ich in meinen vielen Foto-Ordnern herum und entscheide mich gerne für ein Foto mit einer besonderen Geschichte.

Das Gefäß ist sehr intuitiv entstanden, so arbeite ich mit Ton am liebsten. Die Rose heißt „Sympathie“ und ist aus meinem Garten.

Das Keramikgefäß war für eine Ausstellung vor vielen Jahren in der Donnersmarck Villa in Berlin-Zehlendorf entstanden. Es steht in Verbindung mit meiner Trauerzeit um meinen verstorbenen Vater.

Auf irgendeinem Sperrmüll ist mir dieser Metallrahmen über den Weg gelaufen und stand schon einige Jahre auf meinem Grundstück rum.

Die Gefäße mussten eine Aufhängung haben und so experimentierte ich den ganzen Frühling mit verschiedenen Formen herum, darum sind diese dann auch so unterschiedlich geworden. Heute würde ich mich für eine Form entscheiden, damals war keine Zeit mehr dazu.

Diese Keramiken mit Seladon Glasur sind Tropfen nachempfunden, die Blüten quellen aus ihnen hinaus….. Ich mag sie, aber irgendwie passten sie nicht so gut in den Rahmen.

Noch ein Gefäß, außen mit Oxyden und innen glasiert – mit einer anderen Aufhängungsart. Der Hopfen passt so gut dazu.

Unter anderem ist hier noch ein weiteres Gefäß zu sehen. Das wollte ich der Form der kleinen Quadrate anpassen – irgendwie sah es dann wie ein Briefkasten aus und hat mir nie gefallen.

Damals hat sich die Auswahl der Gefäße sehr emotional entwickelt, was der persönlichen Ausdrucksweise eines „Künstlers“ entsprechen kann. Heute, nach den vielen Jahren der Auseinandersetzung mit Ikebana, würde ich von vorneherein struktureller an die Gesamtlösung rangehen. So ändern sich die Dinge des Lebens und ich denke, dass immer alles möglich sein sollte, was den Menschen so bewegt.

Fotos, Keramiken, Ikebana und Text: Renate Murawski

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Ikebana Ausstellung auf der IGA in Berlin

Auf der riesigen internationalen Gartenausstellung in Berlin wird natürlich auch Ikebana gezeigt.  Der Ikebana Bundesverband präsentiert im August in der Blumenhalle eine große Ausstellung ihrer Mitglieder.

Auf diesem Flyer und auf meiner Seite „Termine“ finden sich alle wichtigen Daten:

Jeden Ausstellungstag finden um 14 Uhr Schnupperkurse statt. Ich bin für Samstag, den 26.8.2017 um 13 Uhr dafür eingetragen. Jeder kann hier mitmachen und ein erstes Feeling für Ikebana bekommen oder einfach nur zusehen, wie ein Blumengesteck entsteht.

Die Termine für die Vorführungen findet man hier auf der Seite von der IGA. Diese Vorführungen sind immer sehr spannend und absolut zu empfehlen.

Und wer sich noch mehr Interesse an den Ikebana-Aktivitäten in Deutschland hat, schaut sich hier bei „Ikebana-Bundesverband“ um.

Text und Fotos: R.M.

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Impressionen von der IGA Berlin

Vor kurzem besuchte ich die IGA in Berlin-Marzahn. Es ist übrigens super mit der U-Bahn zu erreichen, besser als mit dem Auto.
U-Bahnhof „Kienberg – Gärten der Welt“ (ehemals: „Neue Grottkauer Straße“) der Linie U5 

Das IGA Gelände ist ja eine Erweiterung des bereits vorhandenen Parks „Gärten der Welt“ und da ich diesen Park schon kannte, habe ich mir nur die neu entstandenen Gärten angesehen. Wobei ich natürlich an einem Tag nicht alles sehen konnte. Im August bin ich wieder da.

Mir hat es sehr gut gefallen, viele der modernen Gärten, die hier präsentiert wurden, haben mich begeister. Am liebsten hätte ich gleich meinen Garten umgestaltet, aber der Schritt ging mir dann doch zu weit. (Vielleicht irgendwann …..)

Meine Favoriten:

„Being under the trees“  – ein Chilenischer Garten.
Hier bei der IGA nachzulesen.

 

„Dule Yuan“  eine moderne Interpretation des „Garten des abgeschiedenen Vergnügens“

hier auf der Seite der IGA noch genauer nachzulesen.

 

„Garden of the Mind“ (Garten des Geistes) – ein thailändischer Garten
Hier bei der IGA nachzulesen.

 

Das brasilianische Gartenkabinett
Hier bei der IGA nachzulesen.

Die „Wassergärten“ haben mich eigentlich am meisten fasziniert.
Hier der Link zur IGA Beschreibung.

Das war eine kleine Zusammenstellung meines IGA Besuches Anfang Juni.

Text und Fotos: R.M.

Hier gibt es auf der Seite der IGA noch über den versunkenen Garten aus Libanon zu lesen. Ich habe dort wohl nicht fotografiert.

Und hier fand ich einen sehr übersichtlichen Beitrag über alle Gartenkabinette mit einer Übersicht von oben: http://neuelandschaft.de/artikel/back-home-eine-reise-durch-neun-gaerten-aus-fuenf-kontinenten-6538.html 

Bei meiner Google Suche stieß ich eine wunderbare Seite mit so ausführlichen Berichten über die IGA, die Gärten der Welt und noch so einiges mehr, dass ich nur empfehlen kann, hier zu lesen und zu staunen, wenn das Fernsehprogramm einfach nur langweilig ist:
http://www.brigitte-dittmar.de/Fotos/Foto%20der%20Woche/2017/26%202017.htm

 

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